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Ein gut aufgelegter Stefan Weier, der trotz der kalten Jahreszeit sein heißes Händchen vom Perimeter wiederfand und den Gastgebern 6 Dreier einschenkte, sowie Dauer(b)renner Marc Naumann, der wie ein Duracel-Hase die Außenbahnen beackerte und im Fastbreak nicht zu stoppen war, ragten mit 26 und 21 Punkten aus einem kämpferisch starken und geschlossen auftretendem Team heraus.

Ausgeruht von der entspannten Zugfahrt in die malerische Bergstadt Freiberg stellten sich 8 unerschrockene und siegeswillige Ottendorfer dem zahlenmäßig überlegenen Landesligaaufsteiger. Zum freudig erwarteten Aufeinandertreffen mit Arne Scholtissek, der in den letzten Jahren eine Stütze im Ottendorfer Team bildete und zu Saisonbeginn nach Freiberg zurückkehrte, kam es leider nur an der Seitenlinie, da dieser krankheitsbedingt aussetzen musste. Nach dem Austausch von allerhand Nettigkeiten sollte es dann aber ernst werden. Schließlich galt es die unnötigen Niederlagen der vergangenen Wochen vergessen zu machen und den zweiten Sieg der Saison einzufahren.

So starteten die Mannen um Captain Pat (Hartwig) mit viel Druck in der Defense und schnellem Spiel nach vorn. Dem 9:3-Blitzstart folgte ein weiterer Lauf zum 16:7 in der 7. Minute, den Marc Naumann mit einem Dreipunktspiel (bereits seine Punkte 8 bis 10) abschließen konnte und so den Weg zum 20:13 nach dem ersten Viertel ebnete. Thomas „Der Champ“ Brockmann, Oldie Denny Claus und Rookie Robin Feller fügten sich von der Bank kommend mit viel Einsatz und klugem Passspiel nahtlos in die Rotation ein und es kam nie zu einem Bruch im Ottendorfer Spiel.

Nach der Viertelpause war dann auch Stefan Weier auf Betriebstemperatur. Einer seiner bei Mitspielern, Gegnern und den eigenen Coaches gefürchteten „schnellen Weier-Dreier“ jagte gleich im ersten Angriff durch die Reuse und ließ die Führung zum ersten Mal zweistellig werden. In diesem Viertel sollten noch zwei weitere folgen. Unterstützung erhielt er im zweiten Spielabschnitt, in dem die Gastgeber etwas aufkamen und zwischenzeitlich auf 34:28 (17. Minute) verkürzen konnten, vor allem von Neuzugang Dominic Berndt und dem vom Trainerstuhl zurückgekehrten Maik Weidner. Der pfeilschnelle Berndt zog immer wieder beherzt zum Korb und so die gesamte Verteidigung auf sich, was seinen Mitspielern die nötigen Freiräume schaffte. Weidner konnte diese mit seinem energischen Einsatz unter dem Korb für 6 schnelle Punkte nutzen, er kam am Ende auf 15 Zähler und sammelte wie Berndt zahlreiche Offensivrebounds ein. Trotz einiger Nachlässigkeiten in der Defense behauptete man so die knappe 40:36-Führung zur Halbzeit.

Verschlief man beim letzten Auswärtsspiel in Leipzig noch das dritte Viertel und vergab so jegliche Chance auf einen Sieg, wollte man an diesem Tag mit besonders viel Einsatz in die zweite Hälfte starten. Und dies gelang eindrucksvoll. Der obligatorische schnelle Weier-Dreier im ersten Ottendorfer Ballbesitz führte in den Freiberger Köpfen wohl zu einer Blockade. Diese nutzten die Gäste und legten in den wohl stärksten 3 Minuten des Spiels weitere 7 Punkte zu einem 10:0-Lauf nach (50:36, 23. Minute). Die logische Konsequenz war eine Auszeit von Freibergs Trainerin Ines Aubel. Und diese sollte ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Freiberger konterten ihrerseits mit einem 10:2-Lauf binnen 4 Minuten und das Spiel war wieder völlig offen. Doch anders als in den letzten Spielen verloren die Rand-Dresdner diesmal nicht den Kopf und verzettelten sich in Einzelaktionen. Angeführt vom routinierten Captain Pat spielte man weiter geduldig und vertraute auf das immer besser werdende Teamspiel. Die zahlreichen Versuche der Freiberger mit langen Pässen den ehemaligen Ottendorfer Flügelflitzer Tobias Gaum in Szene zu setzen brachten keinen Erfolg, weil einer an diesem Tag noch schneller war. Marc Naumann legte auch im Rückwärtsgang den Turbo ein und fischte einen Pass nach dem anderen aus dem verregneten Freiberger Himmel. So konnte man auch das gefürchtete dritte Viertel mit 17:13 für sich entscheiden und die Führung weiter behaupten.

Mit viel Selbstbewusstsein und dem Wissen um die eigenen Stärken, brachte man zu Beginn des Schlussabschnitts weitere 5 Punkte zwischen sich und den Gegner. Den zweistelligen Vorsprung aus der 32. Minute (62:49) gab man dann nicht mehr her. Das Spiel plätscherte nun etwas vor sich hin. Die Mannen um die Coachs Just und Witt verwalteten den Vorsprung clever und konterten jedes Aufbäumen der Hausherren. Stefan Weier krönte seine starke Leistung in der 38 Minute mit zwei weiteren unbeantworteten Dreiern und machte beim Stand von 74:58 nun endgültig den Deckel drauf. Hätte man den Freibergern zum Ende nicht auch noch zwei Dreier erlaubt und die Freiwürfe an diesem Tag besser verwertet (diesmal nur 17 von 28), wäre ein noch deutlicheres Ergebnis drin gewesen. Aber beim Endstand von 77:66 überwog die Freude über den zweiten Saisonsieg und auf den Weihnachtsmarktbesuch nach dem Spiel.

Zwei Spieltage vor Abschluss der Hinrunde liegen die Ottendorfer nun punktgleich mit Freiberg und Zittau auf Rang 10. Der Abstand zur viertplatzierten SG Adelsberg, die man im letzten Heimspiel bezwingen konnte, beträgt aber nur zwei Siege. Das zeigt wie eng die Mannschaften in dieser Saison beieinander liegen und das der Anschluss an die obere Tabellenhälfte trotz des schlechten Saisonstarts noch nicht verloren ist. Die noch 7 verbleibenden Heimpartien bei nur noch 5 Auswärtsspielen sollten für den BCO sprechen.

Bevor es am 10.01.2015, 15.30 Uhr, gegen die „Homesquad“ aus Plauen wieder um wichtige Punkte in der Oberliga geht, steht am 04.01.2015 die erste Runde im Sächsischen Landespokal an. Die Ottendorfer reisen zum BBV Leipzig, gegen die man am vergangenen Wochenende lange Zeit auf Augenhöhe spielte und erst durch ein katastrophales drittes Viertel die Chance auf einen Überraschungscoup vergab. Der Pokal schreibt aber bekanntlich seine eigenen Gesetze und wie jedes andere Spiel beginnt auch dieses bei null, deshalb kann sich der BCO berechtigte Hoffnungen auf einen Einzug in die nächste Runde machen und vielleicht gelingt ja wie im letzten Jahr der Einzug in das Final Four.

Für den BCO spielten: Stefan Weier (26 Punkte/2-2 Freiwürfe/6 Dreier), Dominc Berndt (9/1-2/-), Thomas Brockmann (-/0-2/-), Denny Clauß (2/-/-), Robin Feller (-/-/-), Patrick Hartwig (4/2-6/-), Marc Naumann (21/5-7/-), Maik Weidner (15/7-9/-), Coach Anne Just & Christian Witt